Für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat der Berliner Designer Jürgen Schmidt-André eine Installation in Form zweier identischer Lichtbrücken geschaffen. Eine Lichtbrücke steht im Innenhof des Lipsius-Baus in Brüssel, dem Ratsgebäude der EU, die andere im Lichthof des Auswärtigen Amts.
Die Lichtbrücken sind jeweils Teil eines raumgreifenden Gesamtkunstwerks, das Schmidt-André mit einer symbolischen Verknüpfung dreier Elemente errichtet hat: 27 Nationalflaggen repräsentieren die derzeitigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Das zentrale und verbindende Element zwischen den Nationen bildet der blau illuminierte Bogen mit einer Spannweite von 40 Meter. Dieser Bogen steht einerseits als Brückenschlag, andererseits als Einladung noch trennende Grenzen zu überwinden. In der Summe verbinden sich beide Elemente zu einem Dritten: der Idee eines gemeinsamen Europas, dargestellt in Form des Sternenkreises der Europäischen Flagge. Durch die Parallel-Installation in Brüssel und Berlin wird auch hier gleichsam die Brücke zwischen Deutschland als turnusmäßiger Ratspräsidentschaft und dem Sitz der europäischen Institutionen in Brüssel geschaffen.
"Eine Brücke zeichnet sich nicht nur durch Dynamik, Spannkraft und kraftvolle Präsenz aus, sie ist auch nur so stark wie die Teile ihrer Fundamente. All das zeichnet sie im besonderen Maße als positives Symbol aus", so Schmidt-André. "In der Architektur gilt der Bau einer Brücke seit jeher als eine der schönsten und schwierigsten Herausforderungen. Durch ihre Eleganz, der Vielfalt ihrer Gestaltungsmöglichkeiten und nicht zuletzt ihrer Funktionalität steht sie stärker als jedes andere Bauwerk als Zeichen für menschliche, kulturelle und politische Verbundenheit."
Jürgen Schmidt-André, aus einer Berliner Künstlerfamilie stammend, war zunächst 1979-1983 bei Wolfgang Langhoff Bühnenbild-Assistent und arbeitete in dieser Zeit unter anderem bei historischen Filmproduktionen wie "Stella" von Goethe, "Melanie van der Straaten" von Fontane und "Drei Schwestern" von Tschechow mit. Er studierte dann Grafik und TV-Design und war seit 1987 als Bühnenbildner, seit 1995 mit eigenem Atelier in Berlin tätig. Als TV-Setdesignerund Ausstatter hat er unzählige Fernsehproduktionen, von Musikshows bis zu politischen Sendungen wie den Kanzlerduellen Stoiber-Schröder und Merkel-Schröder gestaltet. Er wurde vielfach für seine Kreationen ausgezeichnet, mehrfach wurde er für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Ausstattung, Bühnenbild und Studiodesign nominiert.